Konzeption
Anlage C - Kurzzeittherapie (4 bis 6 Wochen)
1. Zielgruppe
2. Behandlungsziele
3. Therapeutische Methoden
4. Behandlungsverlauf
5. Behandlungsdauer
6. Personelle Besetzung
7. Stundenverteilung pro Woche
1. Zielgruppe
Es handelt sich in der Regel um sozial und beruflich integrierte Patienten. Arbeitsplatz und Familie sind meist erhalten, schwere körperliche Begleiterkrankungen liegen nicht vor. Die Patienten verfügen über eine ausreichende Behandlungsmotivation, gute Reflexionsfähigkeit, hinreichende Ressourcen und sind in der Lage, ein Arbeitsbündnis einzugehen. Die Patienten können Themen selbständig erarbeiten und schriftlich darstellen. Die bildungsunabhängige Leistungsfähigkeit (Intellektuelle Fähigkeiten, Konzentration, Merkfähigkeit etc.) ist nicht eingeschränkt.
(a) Intervallbehandlung
Für diese Patienten ist der Aufenthalt in der Fachklinik ein Teil einer Intervallbehandlung. Die Patienten haben ihre Therapie schon ambulant begonnen und werden die Therapie ambulant weiterführen. Die nötige Diagnostik hat bereits in der Ambulanz stattgefunden, es ist eine Therapiezielvereinbarung erarbeitet worden. Für die Erreichung dieser Therapieziele reicht aber das ambulante Setting nicht aus.
(b) Fokaltherapie
Der Fokaltherapie geht eine ambulante Beratungs- und Motivationsphase voraus. Es ergab sich schnell ein Hauptkonflikt (ein Fokus). Dieser Hauptkonflikt ist die Grundlage für eine entsprechende Therapiezielvereinbarung. Der Patient sieht sich außerstande, dieses Therapieziel im ambulanten Setting zu erreichen und wird deshalb stationär behandelt.
2. Behandlungsziele
- Stabilisierung und/oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit
- Erkennen und Erarbeiten bisher unzureichend gelöster Konflikte und Einüben alternativer Verhaltensweisen
- Bearbeitung der fokussierten Therapiezielvereinbarung
- (Re-)aktivierung schon bewusster eigener Ressourcen
- Erreichen bzw. Wiederherstellung einer stabilen Abstinenz.
3. Therapeutische Methoden
Der Behandlungsansatz ist trotz der kurzen Behandlungszeit tiefenpsychologisch orientiert. Der zugrundeliegende Konflikt ist schon ambulant er- und bearbeitet worden. Der Patient hat therapeutische Erfahrungen gewonnen, ihm ist klar geworden, dass dieser Konflikt ambulant nicht hinreichend (schnell) bearbeitet werden kann. Deshalb ist eine Therapiezielvereinbarung getroffen worden, die im stationären Rahmen bearbeitet wird. Dabei steht der Hauptkonflikt (der Fokus) im Mittelpunkt.
Der Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit liegt in der Gruppenpsychotherapie. In der Gruppenpsychotherapie geht es um die Bearbeitung dieses Hauptkonfliktes, es werden Konfliktlösungen erarbeitet. Hausaufgaben sind üblich auch im Sinne einer vertieften Selbstreflexion. Dies dient zudem der Vorbereitung weiterer Themen. Die Patienten werden angehalten, sich schriftlich und mündlich intensiv mit ihrer Situation auseinanderzusetzen.
Die Patienten werden in schon bestehende halboffene Gruppen integriert. Angehörige werden bei Notwendigkeit in die Behandlung einbezogen.
Die Behandlung wird ergänzt durch Indikative Gruppenarbeit, wie z. B. Themenstellungen zur sozialen Kompetenz, zur aktuellen Lebensbewältigung, zu medizinischen und beruflichen Fragen, zu Fragen der Ethik etc.
Weitere therapeutische Angebote sind:
- Kunsttherapie
- Sporttherapie/Schwimmen und bei Bedarf Physiotherapie
- Arbeitstherapie (Gärtnerei/Hauswirtschaft)
- Beschäftigungstherapie (in Form eines Workshops).
Die Patienten nehmen regelmäßig an Selbsthilfegruppen teil.
4. Behandlungsverlauf
Der Therapieverlauf ist in Phasen gegliedert:
Phase I (Aufnahmephase)
Alle neu aufgenommenen Patienten verbringen in der Regel 1 Woche in der Aufnahmephase.
Die Patienten gewöhnen sich in dieser Phase ein und stellen ihre Therapiezielvereinbarung dar.
Diese Phase dient dem Aufbau eines Arbeitsbündnisses, dem Schutz der Patienten sowie ihrer Selbstbesinnung (ggf. Rückfallanalyse).
Phase II (Konfliktlösungsphase)
In dieser Phase (2-3 Wochen) haben die Patienten Gelegenheit, sich intensiv mit ihrem Hauptkonflikt (Fokus) auseinanderzusetzen. Es wird lösungsorientiert gearbeitet. Spezielle Aufgaben werden mit den Patienten erarbeitet und praktisch umgesetzt.
Phase III (Entlassungsphase)
Diese Phase (1-2 Wochen) dient der Reintegration in das soziale Umfeld sowie der Vorbereitung auf die nachstationäre Behandlung. Des weiteren findet ein Gespräch zwischen ambulantem und stationärem Behandler unter Beteiligung des Patienten statt.
Die Therapie wird dann ambulant fortgesetzt.
5. Behandlungsdauer
Die Behandlung dauert 4 bis 6 Wochen.
6. Personelle Besetzung
Die Therapiegruppe wird von einem Psychotherapeuten hauptverantwortlich versorgt. Der Therapeut wird unterstützt von einem Kollegen, der Co-Therapeutenfunktion wahrnimmt und sich zweimal in der Woche an der Gruppenpsychotherapie beteiligt. Der Psychotherapeut wird darüber hinaus in Bezug auf die übrigen Angebote (z. B. Indikative Gruppen) von Angehörigen anderer Berufsgruppen unterstützt.
7. Stundenverteilung pro Woche
| Gruppenpsychotherapie |
7,50 Std. |
| Indikative Gruppen (zum Teil freiwillig) |
9,50 Std. |
| Arbeitstherapie |
6,00 Std |
Kunst- und Gestaltungstherapie
(z.T. als Workshop) |
5,00 Std. |
| Beschäftigungstherapie (Workshop) |
2,00 Std. |
| Sporttherapie |
1,50 Std. |
| Schwimmen |
2,00 Std. |
| Sauna |
2,00 Std. |
| Plenum |
0,25 Std. |
| Angehörigenarbeit (mtl.) |
0,75 Std. |
| Selbsthilfegruppe (14-tgl.) |
1,00 Std. |
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37,50 Std. |
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