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Diakonisches Werk Oldenburg: Suchtkrankenhilfe im Verbund

  1. Präambel
  2. Prävention
  3. Beratung
  4. Behandlung
  5. Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Behandlungseinrichtungen
  6. Teilnehmer am Verbund
  7. Selbsthilfe / Kooperation

Präambel

Das Diakonische Werk Oldenburg - Landesverband -mit seinen Einrichtungen erbringt präventive, beratende und rehabilitative Dienstleistungen der Suchtkrankenhilfe im Verbund.

Wir arbeiten mit Selbsthilfe-/Abstinenzgruppen zusammen. Wir engagieren uns in der Prävention.

Wir leisten kompetente Beratung und Behandlung für suchtgefährdete und suchtkranke Jugendliche und Erwachsene unter Einbeziehung der Angehörigen.

Wir erarbeiten mit Klienten/Patienten und deren Angehörigen ein individuelles Beratungs-und Behandlungskonzept sowohl nach Inhalt als auch nach Form und Dauer der Behandlung.

Wir arbeiten im Netzwerk unterschiedlicher sozialer Dienste in der Region.

Wir bieten unsere Dienstleistungen Betrieben, Behörden und Institutionen an.

Wir halten Nachsorgeangebote bereit. U.a. befindet sich eine Nachsorgewohngemeinschaft für suchtkranke Jugendliche/junge Erwachsene und eine Einrichtung zur Beheimatung chronisch mehrfachgeschädigter Abhängigkeitskranker im Aufbau.

I. Prävention

Entstehung und Entwicklung von Suchtgefährdungen und -erkrankungen können häufig früh erkannt und durch geeignete Interventionen beeinflußt werden. Unsere Beratungsstellen und Kliniken bieten vielfältige präventive Dienstleistungen.
  • Information über Entstehung, Vermeidung und Behandlung von Suchterkrankungen
  • Multiplikatoren-Schulung für Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit, Beratungslehrer, Betriebsärzte, Führungskräfte und andere
  • Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen
  • Unterstützung bei Suchtproblemen in Familien, Schulen und Betrieben
  • Projekte in Schulen
  • u.a.

In unserem Verbund arbeiten spezielle Fachkräfte für Suchtprävention an den Beratungsstellen im Landkreis Oldenburg und in der Stadt Wilhelmshaven. Sie entwickeln langfristige Strategien und stehen mit ihren Dienstleistungen zur Verfügung

II. Beratung

Beratung ist neben Prävention und Behandlung zentrales Arbeitsfeld unserer Beratungs- und Behandlungsstellen.
  • Wir beraten Betroffene und Angehörige, die eine Beratungsstelle unsere Verbundes aufsuchen.
  • Wir führen aufsuchende Beratung im häuslichen Umfeld oder Krankenhaus für Betroffene und Angehörige durch.
  • Wir bieten Fachberatung für Betriebe, Behörden, Schulen, Vereine zum Thema Sucht.
  • Wir beraten Einzelpersonen, Paare, Familien und Gruppen. In Abstimmung mit dem Ratsuchenden können Hausärzte, Arbeitgeber, Betriebs- und Personalräte, Schulen usw. einbezogen werden

Beratung eröffnet Chancen und Möglichkeiten:

  • Das offene Gespräch in einer vertrauensvollen Atmosphäre nimmt Druck von den Betroffenen
  • Die Informationen über die Hilfen unseres Verbundes und über andere Möglichkeiten der Unterstützung zeigen Wege aus der Sucht und eröffnen neue Perspektiven.
  • Die Begleitung bietet Sicherheit und Struktur. Sie unterstützt die Eigenverantwortung und hilft Krisen zu meistern.
  • Die Motivation für eine professionelle Suchtkrankenbehandlung wächst mit der Problem- und Krankheitseinsicht. Mit uns wird die Behandlung vorbereitet.
  • Die Vermittlung an weitere Hilfesysteme ist für uns selbstverständlich. Die Vermittlung in eine stationäre Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einer Klinik unseres Verbundes (Art, Ort und Umfang der Behandlung bestimmt der zuständige Leistungsträger). Wir fördern den Kontakt zu Selbsthilfegruppen.

III. Behandlung

1. Ambulante Behandlung Unsere ambulanten Behandlungsstellen sind von Rentenversicherern und Krankenkassen für die ambulante Rehabilitation anerkannt. Das Behandlungsangebot umfaßt:
  • Einzelpsychotherapie
  • Gruppenpsychotherapie
  • Paar- und Familientherapie
  • Arbeit mit Angehörigen und anderen Bezugspersonen
  • Krisenintervention

Die einzelnen Behandlungsformen können kombiniert werden.
Zusätzlich bieten die ambulanten Behandlungsstellen Indikationsgruppen an. Hier werden z. B. medizinische, rechtliche und berufliche Fragen geklärt. Die ambulante Behandlung wird in der Regel an einer Beratungsstelle in Wohnortnähe des Patienten durchgeführt.

2. Stationäre Behandlung

In unserem Verbund arbeiten die Dietrich Bonhoeffer Klinik und die Fachklinik Oldenburger Land.

Die Dietrich Bonhoeffer Klinik in Ahlhorn (Gemeinde Großenkneten) ist ein Fachkrankenhaus für abhängigkeitskranke Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren. Die Klinik bietet ein hochstrukturiertes Behandlungsangebot von 4 - 6 Monaten Dauer.

Die Behandlung junger Suchtkranker erfordert ein pädagogisch ausgerichtetes Konzept.

ärztliche/psychologische Diagnostik und Behandlung, analytisch orientierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie und Sporttherapie werden ergänzt durch pädagogisch/pflegerische Betreuung rund um die Uhr mit Hilfen zur Freizeitgestaltung.

Es werden folgende Abhängigkeiten behandelt:

  • Alkohol
  • Medikamente
  • Lösemittel
  • Illegale Drogen (incl. Opiate und Ecstasy)
  • Nichtstoffliche Süchte (Spielsucht, Bulimie, Anorexie) bei gleichzeitigem Vorliegen einer Substanzabhängigkeit

Es werden auch Patienten mit "Doppeldiagnose" (z. B. Psychose und Sucht) aufgenommen.
Die Fachklinik Oldenburger Land behandelt in Neerstedt-Dötlingen und in Oldenburg alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen und Männer. Unser Behandlungsprogramm ist abgestimmt auf die Art und Schwere der Störung, auf den Grad der sozialen Integration und auf die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Patienten.

Die Klinik behandelt ein breites Spektrum abhängigkeitskranker Patienten und hat für verschiedene Indikationen spezielle Konzepte entwickelt:

  • Kurzzeittherapie (4-6 Wochen)
  • Verkürzte Regelbehandlung (8-10 Wochen)
  • Männergruppe (geschlechtsspezifisches Angebot)
  • teilstationäres Angebot (Tagesklinik)
  • Suchtkranke mit Persönlichkeitsstörungen
  • Suchtkranke mit intellektuellen Einschränkungen und/oder erheblichen
    Störungen im Kontakt- und Kommunikationsbereich
  • Hörgeschädigte

Am Standort in Oldenburg ist die Therapie besonders auf sozial integrierte Patienten abgestimmt.

Am Standort in Dötlingen-Neerstedt behandeln wir Patienten mit erheblichen Störungen im Kontakt- und Kommunikationsbereich und/oder mit intellektuellen Einschränkungen bei oft langjähriger Suchtkarriere.

An beiden Standorten werden hörgeschädigte Patienten behandelt. Es handelt sich dabei sowohl um schwer- und schwersthörige als auch um gehörlose Patienten.

Die Mitarbeiter sind in der Gebärdensprache ausgebildet. Für die Behandlung schwer- und schwersthöriger Patienten stehen spezielle technische Einrichtungen zur Verfügung (Mikro-Port-Anlagen).

IV. Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Behandlungseinrichtungen

Vorteile für Beratung und Behandlung im Verbund sind:
  • Die regionale Nähe schafft eine enge Kooperation der stationären und ambulanten Behandlungseinrichtungen.
  • Gemeinsame Konzeptentwicklung/-fortschreibung, kontinuierlicher fachlicher Austausch und zügiger Informationsfluß sind gewährleistet.

  • Mitarbeiter der Fachkliniken kommen zu Informationsgesprächen mit Patienten in die Beratungsstelle. Mitarbeiter der Beratungsstelle begleiten den Therapieverlauf ihrer Patienten in der Fachklinik.

  • Die Behandlungsziele werden abgestimmt. Gemeinsame Fallbesprechungen finden statt.

  • Der Wechsel zwischen den Behandlungsformen im Sinne einer Intervalltherapie ist möglich. Reibungsverluste an den "übergängen" werden minimiert. Patienten erleben Kontinuität statt belastender Brüche. Angehörige können während der Gesamtbehandlung jederzeit einbezogen werden.

  • Die Behandlungskapazitäten werden bestmöglich genutzt. Die Behandlungsqualität wird optimiert.

  • Der Verbund der Suchtkrankenhilfe des Diakonischen Werkes Oldenburg bietet gute Voraussetzungen für teilstationäre Behandlungen.

  • Sowohl die Vorbereitung und Durchführung der Behandlung als auch die anschließende Nachsorge geschieht in vertrauter Umgebung mit vertrauten Personen (Beziehungskontinuität).

V. Teilnehmer am Verbund

Fachstelle Sucht im Landkreis Ammerland
Fährweg 2
26160 Bad Zwischenahn
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 04403 / 3179
Fax: 04403 / 3199
Leitung: Wolfgang Schmitt

Fachstelle Sucht im Landkreis Oldenburg
Heemstraße 28
27793 Wildeshausen
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 04431 / 2964
Fax: 04431 / 72740
Leitung: Annegret von Essen

Fachstelle Sucht in der Stadt Oldenburg
Bloherfelder Straße 7
26129 Oldenburg
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 0441 / 72051
Fax: 0441 / 72376
Leitung: Herbert Wulf

Fachstelle Sucht im Landkreis Wesermarsch
Milchstraße 11
26919 Brake
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 04401 / 4717
Fax: 04401 / 6069
Leitung: Birthe Voß

Fachstelle Sucht in der Stadt Wilhelmshaven
Werftstraße 71
26382 Wilhelmshaven
Träger: Diakonisches Werk Wilhelmshaven e.V.
Tel.: 04421 / 26060
Fax: 04421 / 21078
Leitung: René Grotzeck

Fachklinik Oldenburger Land

Abteilung Ofener Straße 20
Abteilung Huntetal
Abteilung to Hus
Abteilung Hörgeschädigte
Ganztägig ambulante Rehabilitation
Neerstedter Straße 9
27801 Dötlingen
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 04432 / 9480-0
Fax: 04432 / 948094
Leitung: Dr. med. Wolfgang Schmidt

DIETRICH BONHOEFFER KLINIK
Dr. Eckener- Straße 1-5
26197 Großenkneten-Ahlhorn
Träger: Diakonisches Werk Oldenburg Suchthilfe gGmbH
Tel.: 04435 / 9314-0
Fax: 04435 / 9314-14
Leitung: Dr. med. Barbara Lehnert

VI. Selbsthilfe / Kooperation

Alle Einrichtungen arbeiten mit den örtlichen Selbsthilfegruppen zusammen.

Die Verbundpartner führen Verhandlungen mit Selbsthilfegruppen, Diensten des öffentlichen Gesundheitswesens und weiteren Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe mit dem Ziel Kooperationen einzugehen.